Umfeld und Folgen

Mit der Sommerkomödie ZUR SACHE SCHÄTZCHEN ! 1968 unter der Regie seiner Lebensgefährtin May Spils, damals Deutschlands einzige Filmregisseurin, feierte Drehbuchautor und Hauptdarsteller Werner Enke einen filmischen Sensationserfolg.

Das lag vor allem an der nuscheligen, rotzigen Sprache des Hauptdarstellers Werner Enke, der den Zuschauern eineinhalb Stunden lang leise, freche, melancholische, tiefstaplerische, "pseudo-philosophische" Sprüche und Dialogfetzen unterschob.

Etliche typische Enke-Wörter der Gammler-Jargon-Komödie mit den lockeren Sprüchen und vielbelachten Dialogen zwischen Poesie und Pessimismus geistern seitdem durch unsere Sprache.

Diese Redewendungen, auch Enkeismen genannt, wie „Es wird böse enden“, „fummeln“ oder „abgeschlafft“ gingen salonfähig in den Sprachalltag ein, wurden Kult und landeten im Duden.

Es gab sogar sog. Enkologen, welche alle Redewendungen und Sprüche aus dem Film in selbst geschriebenen Heften gesammelt haben.

Bis heute ragt deshalb aus allen Filmen von May Spils und Werner Enke ihr Erstlingswerk "Zur Sache Schätzchen" heraus, das von einem Tag auf den anderen die gesamten Kino-Sehgewohnheiten in Deutschland veränderte und bis heute beeinflußt.

"Zur Sache Schätzchen" ist einer der größten Erfolge der deutschen Filmgeschichte. Er belebte dem jungen deutschen Film er und lief damals in den großen deutschen Städten über ein Jahr am Stück.

"Zur Sache Schätzchen" brachte May Spils und Werner Enke drei Bundesfilmpreise, den "Preis der 15" (damals die bekanntesten Film-Kritiker) und den Preis "Film des Jahres" verschiedener Zeitungen.

Und unter anderem war "Zur Sache Schätzchen" der deutsche Beitrag bei den Filmfestspielen in Cannes.

Das Festival fand 1968 dann allerdings nicht statt, es ging in den 68iger Unruhen unter.

Uschi Glas erhielt für ihre Rolle den "Bambi" und trägt bis heute den liebevollen Kosenamen "Schätzchen".

In allen Banken kann man seit 1968 ein seriöses Wertpapier kaufen: das sogenannte "Bundesschätzchen".

Der Münchner Filmemacher Christian Ganzer schrieb im Sommersemester '94 an der Filmakademie Ludwigsburg im Fach Film- und Medientheorie bei Prof. Hans Beller eine Arbeit über den Film "Zur Sache, Schätzchen !" von Regisseurin May Spils und Werner Enke, von dem das Drehbuch stammte und der in dem Millionenerfolg die Hauptrolle spielte.

In der Arbeit "Zur Sache, Schätzchen ! - Ein Film, sein Umfeld und die Folgen" werden z.B. die Münchner Gruppe behandelt.

Die Münchner Gruppe war eine lose Gruppe um die Filmemacher Klaus Lemke, Max Zihlmann, Maran Gosov, Rudolf Thome, Eckart Schmidt, May Spils, Martin Müller und Nikolaus Schilling nach dem Kurzfilmfestival 1962 in Oberhausen und dem Oberhausener Manifest bzw. dem Slogan "Papas Kino ist tot".

Oder es wird die Anfang der 60er Jahre v.a. bei jungen Menschen zu findende "Kinosucht" thematisiert. Auch May Spils sagt damals (wie Rainer Werner Fassbinder), sie wäre damals drei- bis viermal täglich ins Kino gegangen.

 

Seit Mai '97 existiert eine öffentlich zugängliche Version dieser Arbeit von Christian (Grisi) Ganzer im World Wide Web.

http://www.zursacheschaetzchen.de

 

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